Weshalb Training wichtig ist

In der heutigen Zeit, in der sich Bürostuhl-Artistik zur neuen Trendsportart durchgesetzt hat, ist anderweitige körperliche Ertüchtigung, sei es im Fitnessstudio, im Verein oder anderem, ungemein wichtig. Denn neben den präventiven Aspekten bietet die körperliche Ertüchtigung auch einen hervorglänzenden Ausgleich zum einseitigen Büroalltag und sorgt für einen entspannten Körper und Geist. Unter präventiven Aspekten verstehen wir unter anderem, das Vorbeugen von arterieller Hypertonie und ihrer Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt usw. Außerdem das Entgegenwirken von Übergewicht, der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, Unbeweglichkeit, Gleichgewichtsverlust, Hautalterung und Spannungsverlust, Muskelschwund, Stoffwechselproblemen, Koordinations- und Konditionsproblemen, Rücken- und Gelenkschmerzen und einiger weiterer Lebensqualität verringernder Einschränkungen.

Hierzu zwei Studien:

Studie I:

Die Aerobics Center Longitudinal Study. Von Steven N. Blair, University of South Carolina, USA. (im Dezember 2011 im Circulation publiziert)

Die Aerobics Center Longitudinal Study wurde in den Jahren 1982 bis 2004 durchgeführt. An der Studie waren ca. 14.000 Männer und Frauen in durchschnittlicher Körperlicher Verfassung und im Durschnittsalter von 44 Jahren
beteiligt. Zu untersuchen galt es, ob und welchen Einfluss körperliche Ertüchtigung auf arterielle Hypertonie und ihre Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt usw. haben kann. Im Laufe der Studie wurden alle Probanden zweimal gründlich untersucht und sollten mit Hilfe von Ausdauertests an Kardiogeräten, ihre körperliche Leistungsfähigkeit herausfinden.

Nach jeweils sechs Jahren wurden die Probanden erneut eingeladen und einem Nachtest unterzogen, diese daraus resultierenden Ergebnisse wurden dann mit denen der Vorjahre verglichen und grob ausgewertet.
Knapp 11 Jahre nach der letzten Untersuchung beendete man die Studie, um einen Zeitraum festzulegen, die Daten zu vergleichen, auszuwerten und letztlich ein Ergebnis zu ermitteln.
Wie zu erwarten ergab die Studie, dass die Personen, die sich im Alltag verstärkt körperlich bewegten, in ihrer Freizeit Sport betrieben, auf eine gesunde Lebensweise achteten und somit ein besser ausgeprägtes Leistungsniveau hatten, auch ein sehr viel geringeres Risiko aufwiesen, an einem Herzleiden, Schlaganfall
oder einer anderen Hypertoniereaktion zu erkranken und im schlimmsten Fall daran zu sterben, als jene, die einen eher unaktiven und gesundheitsunbewussten Tagesablauf hatten.
Zusammengefasst kann man also sagen, dass ein schlechtes körperliches Leistungsniveau in Ausdauer wie auch im Schnellkraftsport, kombiniert mit einer zusätzlichen ungesunden Lebensweise wie zu fettige oder zuckerreiche Ernährung, einen Anstieg des Gesundheitsrisikos und damit auch des Sterberisikos bedeutet.

Studie II:

Untersuchung um Chi-Pang Wen, geleitet von National Health Research Institut in Zhunan. (im Januar 2012 im Lancet publiziert)

Die Untersuchung fand zwischen den Jahren 1996 und 2008 um Chi-Pang Wen statt. Ein privates Unternehmen lud über 400.000 Taiwanesen ein, sich an diesem Gesundheitsvorsorgeprogramm zu beteiligen.
Durchschnittlich nahmen sämtliche Probanden acht Jahre an der Untersuchung teil.
Zu Beginn wurden alle Teilnehmer zu ihren Freizeitaktivitäten befragt und anschließend, anhand ihrer eigenen Angaben, in je eine von fünf Gruppen eingeteilt. Diese Gruppen waren von inaktiver, geringer, durchschnittlicher, hoher bis letztlich zu sehr hoher Aktivität kategorisiert.

Die Wissenschaftler bewerteten nach Art, Intensität und Dauer der privaten wie auch betrieblichen sportlichen Aktivitäten.
Im Laufe der Studie wurde einmal im Jahr jeder der Teilnehmer unter ärztlicher Aufsicht untersucht. Die daraus resultierenden Ergebnisse, dienten den Wissenschaftlern für Rückschlüsse auf die Lebenserwartung der jeweiligen Probanden aus den unterschiedlichen Gruppen.
Die Untersuchung ergab, dass schon eine sportliche Tätigkeit von nur minimal einer Viertelstunde, oder einer Wochenleistung von nur 90 Minuten das Sterberisiko um bis zu 14% senken kann. Unabhängig von Geschlecht, Alter, Nikotin- und/oder Alkoholkonsum und sogar Gesundheitszustands des Probanden.

Im Weiteren ergab sich, dass jede weitere Viertelstunde einen zusätzlichen Gesundheitsgewinn mit sich bringt. Jedoch nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ab einer sportlichen Leistung von 100 Minuten und mehr am Tag nimmt das Sterberisiko nicht weiter ab.
Als Abschlussergebnis der Untersuchung stellten die Wissenschaftler fest, dass aufgrund von einem sportlichen und gesunden Lebensstil, die Wahrscheinlichkeit an Krebs, Herz-Kreislaufleiden hervorgerufen durch Hypertonie und der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus zu erkranken und zu sterben, sehr stark zurück ging.

Auch aus dieser Studie ergibt sich, dass man mit Hilfe von regelmäßiger sportlicher Betätigung einem Erkranken an Hypertonie und daraus resultierenden Folgen vorbeugen und sogar entgegenwirken kann.