Was sind eigentlich Faszien und wo befinden sie sich

Faszien sind kurz gesagt, das weißlich, faseriges Geflecht, welches allgemein als Bindegewebeart bezeichnet wird. Jeder der schon einmal ein stück rohes Fleisch zu bereitet hat, erinnert sich möglicherweise an weiße Fäden bzw. Sehnen welche sich gelegentlich durch das leuchtende rote Fleisch ziehen. Genau das sind Faszien. Jedoch ziehen sie sich nicht nur gelegentlich durch den Muskel sondern umhüllen ausnahmslos alle Muskeln, Knochen, Organe und Nerven. Sogar die einzelnen Muskelfasern im Muskel selbst sind nochmals von den aus Kollagen bestehenden Faszien umhüllt. Sie sind meist hauchdünn, können aber an besonders belastbaren Stellen sogar einige Millimeter dick sein. Alles was also unseren Körper ausmacht wird letztlich durch Faszien stabilisiert und an Ort und Stelle gehalten. Man kann sich das in etwa so vorstellen, wie ein Netz welches unseren kompletten Körper umschließt. Faszien haben also weder ein Anfang noch ein Ende. Sie sind ein ganzheitliches riesiges Organ. Die Bedeutung dieses Organs wurde in der Schulmedizin lange unterschätzt. Es wurde lediglich als Verpackungsmaterial angesehen und bei Operationen oder Obduktionen durchschnitten, abgetrennt und entfernt.

Das sich beim lebendigen Organismus, nach solch einem Eingriff, erhebliche Veränderungen am Faszien Gewebe ergeben wurde nicht festgestellt. Einfach deshalb, weil die Faszien mit den Herkömmlichen Methoden, wie Röntgen und MRT nicht erkennbar waren. Erst ein speziell entwickeltes Ultraschall Gerät, konnte eine tatsächliche Veränderung der Faszien darstellen. So kann man mittlerweile sehen, an welchen Stellen sich die Strukturen verdicken und verkleben.
An dieser Stelle muss aber gesagt werden, dass Osteopaten, Physiotherapeuten, Masseure und vereinzelte Trainer die Bedeutung des Faszien Gewebes schon bereits vor einigen Jahrzehnten erkannten. Verklebte oder Verdickte Faszien lassen sich von geschulten Händen ertasten und erkennen. Die auf die Behandlung solcher Punkte, eintretende Linderung bzw. Besserung, konnte jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen werden und so erklärte man mit verbessertem Energiefluss oder anderen spirituellen Ansätzen.

Da diese Erklärungsversuche eher skeptisch aufgenommen wurden, hatten Faszien bei den meisten Medizinern ein Schatten Dasein. Erst die nähere Untersuchung der letzten Jahre ergab, dass dieses faserige Gewebe ein Organ ist, welches unabhängig von den umliegenden, reagieren und agieren kann. So z. B. bei der Ausschüttung von Stresshormonen.